German transcript

Die Lufthansa hat gestern angekündigt, 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober zu streichen.

20.000.

Das ist viel.

Flugpreise sind stark gestiegen, die Airlines diskutieren offenbar sogar über rückwirkende

Preiserhöhungen für Flüge, die schon gebucht, bezahlt sind.

Das heißt, die Menschen sorgen sich nicht nur um ihren Sommerurlaub.

Ist diese Sorge berechtigt?

Ja, sie ist berechtigt, wobei die jetzigen Flugstornierungen noch nicht das Resultat

von Verknappungen sind.

Sondern eher das Resultat der steigenden Kerosinpreise und auch in der Erwartung, dass in diesem

Sommer deutlich weniger Menschen fliegen, die Airlines dann gleichzeitig ökonomischen

Druck haben, weil sie die Kosten nicht mehr so ohne Weiteres weitergeben, können viele

Flüge sich dann eben nicht mehr rentieren, wenn die vielleicht nur noch ein Viertel

oder halb voll sind.

Und dementsprechend ist das insofern nicht überraschend, dass dann doch in großem Maße

dann eben Flüge gestrichen werden.

Und wenn man die Langstreckenflüge nimmt, nehmen wir mal an, für den Urlaub Richtung

Asien, dann kommt ja noch die Unsicherheit hinzu, ob vor allem die asiatischen Staaten

dann vor Ort Kerosin haben, um die Flugzeuge, die hier aus Frankfurt kommen, aus Europa

kommen, entsprechend dann zu betanken, damit die Menschen auch wieder zurückkehren können.

Ich habe mich gestern mit Herrn Hart hier noch unterhalten, da ging es genau um dieses Szenario.

Und ich hatte im ersten Moment die Idee im Kopf, als er sagte, naja gut, die kommen

dann halt nicht mehr zurück.

Ich dachte, okay, gut, dann lasst uns alle einmal Philippinen buchen, dann bleiben wir

da halt eine Weile und machen länger Urlaub.

Aber er meinte, die heben dann natürlich erst gar nicht ab, logischerweise, wenn die

Betankung nicht sichergestellt ist vor Ort.

Das heißt, wenn die Bundeswirtschaftsministerin, wenn Katharina Reiche sagt, das ist ein interessanter

Satz jetzt in dem Zusammenhang, ich glaube, erst vor zwei Tagen in der Süddeutschen Zeitung,

ich bleibe bei meiner Aussage, die Versorgungssicherheit in Deutschland ist gewährleistet, und jetzt

kommt es, jedes Wort wichtig, sowohl bei Benzin, bei Diesel, als auch bei ausdrücklich Kerosin.

Wie lange?

Also das ist sicherlich zum einen ein Best-Case-Szenario, muss man ganz klar sagen.

Das ist interessant.

Das fiel gestern auch.

Ein Best-Case-Szenario und ich habe hinterher sehr bereut, dass ich da nicht nochmal deutlicher

nachgefragt habe, weil das scheint so ein Wording zu sein, auf das man sich geeinigt

hat.

Was ist denn ein Best-Case-Szenario, wenn die Straße morgen aufgeht oder übermorgen

oder nächste Woche?

Dass die Straße tatsächlich kurzfristig aufgeht, wobei da viele kritische Anmerkungen zu machen

sind.

Das haben wir vor vier Wochen, glaube ich, auch schon mal diskutiert.

Denn selbst wenn die Straße aufmacht und wir gehen jetzt mal davon aus, dass die Iraner

das nicht weiter stören, dann wird es ja dauern, bis diese 1.000 Tanker, Containerschiffe

tatsächlich dann durchkommen.

Es gibt einige sicherlich Reedereien, also es gibt Reedereien, normalerweise sagt man

bei den Griechen, die sind risikobewusster, die werden wahrscheinlich mit als erstes dann

durchfahren.

Es gibt andere Reedereien, die werden erst mal abwarten.

Aber selbst wenn das ja alles passiert, dann muss man ja bedenken, dass wir diese Versorgungslücke,

die wir nun weltweit ja auch haben, erst mal aufgefüllt werden muss.

Und das ist dann ein Prozess, der sich nicht nur über wenige Wochen, sondern Monate, möglicherweise

ein, zwei Jahre hinzieht.

Ein, zwei Jahre?

Und dann kann durchaus es noch passieren, das ist eben das andere Problem, dass ja auch

Öl-, Gas-Förderanlagen ja zerstört worden sind, die müssen aufgebaut werden.

Und die Saudis und auch die Kataris haben gesagt, das kann teilweise bis zu drei bis

fünf Jahre dauern.

Ja, also ich gebe mal vielleicht davon aus, dass es ein bisschen optimistischer ist.

Aber es ist jedenfalls nichts, wo wir jetzt erwarten können, dass wir innerhalb der nächsten

Monate oder bis Ende des Jahres wieder auf ein Preisniveau zurückkommen wie zu Beginn

oder vor dem jetzigen Iran-Krieg.

End of transcript · 644 words

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