English → German transcript
Jetzt ist Rabbiner Doran Birnbaum bei mir.
Vielen Dank, dass Sie bei uns auf GB News sind.
Zunächst kommen wir auf den Premierminister und seine Besuche zu sprechen
hier heute Nachmittag.
Aber ich möchte Sie zuerst fragen, als Sie zum ersten Mal
von diesem Anschlag gehört haben, der sich gestern ereignet hat.
Wo waren Sie?
Natürlich, Will.
Also, ich bin gerade zurückgekommen, als Rabbiner und Pädagoge.
Ich war an einer Highschool, einer der großen Schulen
in der jüdischen Gemeinde.
In den letzten vier Tagen hatten wir neunzig jüdische Schüler in Polen.
An Orten wie Tarnow und Krakau, wo
es einst eine blühende jüdische Gemeinde gab, so wie man sie um Golders Green herum sieht,
so wie man sie um Golders Green herum sieht,
ist heute nichts mehr übrig.
Wir haben Massengräber von Kindern besucht.
Wir haben Lager in Majdanek besucht.
Und gestern waren wir in Auschwitz,
dem größten jüdischen Friedhof der Welt,
wo 1,3 Millionen unserer Brüder und Schwestern
ermordet wurden, war ich in einer Baracke, die Latrinen hieß.
Dort durften früher angeblich
die jüdischen Frauen auf die Toilette gehen, wenn es überhaupt erlaubt war.
Mein Handy macht einen Ton, und ich bekomme die Nachricht,
dass zwei jüdische Menschen in Golders Green
nur wenige Minuten von meinem Zuhause entfernt, erstochen worden sind.
Und aus Respekt trete ich aus der Baracke hinaus.
Und ich bin in Auschwitz, und ich möchte, dass die Menschen das verstehen.
Denn manchmal verlieren wir bei Zahlen die persönliche Geschichte.
Jeder hat eine Familien-WhatsApp-Gruppe.
Als Jude gehe ich in meine Familien-WhatsApp-Gruppe
und frage: Geht es euch gut?
Lebt meine Familie noch?
Ich bekomme Bilder und Videos aus der Gemeinschaft.
Ich zoome an die Körper, die Beine, die Kleidung heran,
die zu sehen sind, um zu versuchen zu erkennen, ist das meine eigene Familie?
Und jeder einzelne Jude in unserer Gemeinde hat das gestern getan.
Ich muss dann eine Gruppe von vierzig Teenagern in Auschwitz
vor die Gaskammern bringen, sie hinsetzen,
ihnen erklären, was in ihrer Gemeinde passiert ist,
und sagen: Ihr müsst vielleicht bei euren Eltern nachschauen,
nur um zu sehen, ob es ihnen gut geht.
Und die Menschen müssen den Zusammenhang
zwischen diesen beiden Dingen erkennen.
Es gibt jüdische Gemeinden, die ausgelöscht wurden
und nicht mehr existieren.
Und eines Tages, in achtzig Jahren, werde ich oder werden meine Kinder
unsere Enkelkinder durch die Straßen von Golders Green,
Hendon, Edgeware, Stamford Hill führen,
durch irgendeine jüdische Gemeinde im Vereinigten Königreich, und sie
werden sagen: Schau dir diese Markierung an der Wand an.
Hier war einmal ein Jude.
Denn darauf steuern wir zu.
Die Gespräche, die wir an den Familientischen führen
sind dieselben Gespräche, die sie 1935 geführt haben, Will.
Und das ist der Ort, an dem wir leider
die verheerende Nachricht über diesen Terroranschlag
gestern gehört haben.
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Original transcript (English)
I'm joined now by Rabbi Doran Birnbaum. Thank you for joining us on GB News. Firstly, we'll get on to the Prime Minister and his visits here this afternoon. But I just want to ask you about when you first
heard about this attack that took place yesterday. Where were you? Sure, Will. I mean, I've just come back as a rabbi and educator. It has been in high school, one of the big schools
in the Jewish community. For the last four days, we had 90 Jewish students in Poland. In places like Tarnow and Krakow, where you'd have a bustling Jewish community like what you can see around Golders Green,
there is nothing left anymore. We visited mass graves of children. We visited camps in Majdanek. And yesterday, as we were in Auschwitz, the largest Jewish cemetery in the world,
where 1.3 million of our brothers and sisters were murdered, I was in a barrack called the Latrines. It's where they used to supposedly allow the Jewish women to go to the toilet, if ever allowed. My phone pings, and I get a message
that two Jewish people have been stabbed in Golders Green minutes from my home. And out of respect, I step outside the barracks. And I'm in Auschwitz, and I want people to understand this. Because sometimes in numbers, we miss the personal narrative.
Everyone's got a family WhatsApp group. As a Jew, I go on to my family WhatsApp group, and I ask, are you OK? Are my family still alive? I get pictures and videos from the community.
I zoom in at the bodies, the legs, the clothes that can be seen to try and identify, is that my own family? And every single Jew in our community did that yesterday. I then have to take a group of 40 teenagers in Auschwitz outside the gas chambers, sit them down,
explain to them what's happened in their community, and say, you might need to check on your parents just to see if they're OK. And people need to see the connection between these two things.
There are Jewish communities that have been decimated and don't exist anymore. And one day, in 80 years' time, am I or my children going to take our grandchildren down the streets of Golders Green, Hendon, Edgeware, Stamford Hill,
any Jewish community in the UK, and they're going to say, look at that marking on the wall. There was once a Jew here. Because that's the way we're going. The conversations we're having around family tables
are the same conversations they had in 1935, Will. And that's the place where, unfortunately, we heard the devastating news about this terrorist attack yesterday.