Diplomatic Discussion on European Security

Monsieur le ministre, bonjour.

Bonjour Monsieur. C'est toujours un plaisir de vous

rencontrer.

Bienvenue à Paris. Willkommen in Paris.

Merci.

Le ministre Lavrov vous accuse de vouloir provoquer

la guerre. Quelle est votre réponse?

Das ist ein durchschaubares Spiel, was er spielt.

Das ist immer die gleiche Methode: Provozieren, im

Unklaren lassen, wer dahintersteckt, die Reaktion

beobachten und wenn die Reaktion kommt, sich dann als Opfer

darzustellen. Das ist sehr, sehr durchschaubar und umso wichtiger ist,

dass wir

besonnen reagieren, klar reagieren, aber ohne Alarmismus

und ohne Eskalation.

D'après vous, est-ce que eux veulent la guerre?

Ich weiß nicht, ob er wirklich, äh, oder ob es sie wirklich sind,

die den Krieg

wollen. Zumindest provozieren sie und versuchen,

unsere

Gesellschaft nicht nur in Deutschland, auch darüber hinaus zu verunsichern,

zu testen, wie geschlossen sind die Europäer,

wie geschlossen ist die NATO.

Deswegen auch die, äh, das Eindringen in den Luftraum im

Baltikum oder in Rumänien, um immer wieder zu testen,

wie reagieren sie,

wie entschlossen sind sie. Und da dürfen wir keinen Zweifel lassen.

L'AFD, tellement forte dans la Saxe-Anhalt,

est-ce

que vous imaginez un jour l'AFD qui siégerait cette fois dans un

gouvernement fédéral, national de l'Allemagne?

Nein, die Deutschen sind klüger in der Mehrheit,

als es dieses

Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt vielleicht suggeriert.

Sachsen-Anhalt hat zwei Komma eins Millionen Einwohner.

Äh, tatsächlich hat es insgesamt

sechshundertfünfunddreißigtausend Stimmen für die

AfD gegeben. Es ist zwar ein Wahlerfolg für die

AfD mit vierundvierzig Prozent,

aber es ist nicht die Mehrheit in Deutschland und die Deutschen wissen sehr

wohl,

was ihre Geschichte ihnen als Auftrag mitgibt.

Si ça devait arriver, est-ce que pour vous,

ce serait un cas de conscience?

Est-ce que vous vous opposeriez à ça?

Bien sûr. Natürlich. Also eine AfD in der Bundesregierung ist

für mich nicht vorstellbar. Wir werden politisch,

aber auch darüber hinaus

alles tun müssen, um etwas, um das zu verhindern.

Die AfD ist eine Gefahr für Deutschland und für die deutsche

Demokratie. Daran lässt sie keinen Zweifel.

Auch gerade jetzt nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ist die Sprache noch einmal

eine andere geworden und dem werden wir uns entgegenstellen.

Pour vous, l'AFD veut renouer avec la Russie

par pacifisme intégral ou parce qu'il y a des

liens profonds et secrets avec la Russie?

Also mit Pazifismus hat das gar nichts zu tun, was die AfD will.

Die AfD, äh, leugnet, sie bestreitet

eine ganz klar sichtbare Gefahr, die von Putins Russland ausgeht.

Äh, und sie tut das nicht aus Pazifismus und,

weil sie will russisches Gas,

russisches Öl. Sie will ja auch raus aus der NATO,

aus der Europäischen Union

und aus dem Euro. Sie will das, weil sie glaubt, dadurch

Treibstoff generieren zu können für ihre eigene Politik, indem sie die Menschen

verunsichert und sie mit Kriegsangst konfrontiert.

Les présidents américains ont souvent fait ingérence en Allemagne.

Obama, qui écoute le téléphone de madame Merkel.

Bon, là, Trump félicite l'AFD,

encourage l'AFD. Est-ce que c'est une ingérence?

Nein, das ist keine Einmischung. Das ist, äh, etwas, was wir vom amerikanischen

Präsidenten ja kennen. Auch der amerikanische Vizepräsident hat

Wahlkampf für Orban in Ungarn gemacht.

Das ist, äh, ihre Politik. Die deutsche Politik wird das nicht

beeinflussen.

Ça vous choque? Vous allez bientôt voir monsieur Egzet.

Vous allez lui dire.

Ich werde mit ihm über unsere Themen sprechen, äh,

aber sicherlich nicht über die

Glückwünsche des amerikanischen Präsidenten.

Monsieur le ministre, vous êtes la grande puissance aujourd'hui

de l'Europe,

démographique, militaire. Vous savez, une partie des

Français a peur de vous maintenant.

Ils disent : « Vous aurez un budget énorme,

deux fois le budget de la France.

» Ils disent : « Vous aurez un complexe

militaro-industriel

fort. » Que dire pour les rassurer?

Als jemand, der Frankreich liebt und Frankreich kennt,

kann ich das überhaupt

nicht-- ich kann mir das gar nicht erklären.

Ich kann das zwar verstehen,

rein an den Zahlen festgemacht, dass diese Sorge besteht bei einem kleinen

Teil der Franzosen. Ich glaube nicht, dass das ein Massen- oder ein

Mehrheitsphänomen in Frankreich ist.

Wir als Deutschland haben überhaupt kein Interesse an Alleingängen.

Wir wissen, dass Deutschland groß ist, aber wir wissen,

dass Deutschland bei weitem

nicht groß genug ist, um in der Welt zu bestehen,

weder wirtschaftlich noch

geopolitisch. Wir sind ein großer, wichtiger Teil von Europa, genauso

wie la grande nation Frankreich, aber wir können nur zusammen etwas

bewirken.

Deswegen, bei uns hat niemand ein Interesse an

Alleingängen, weder in

Rüstungsfragen noch in anderen Fragen.

Wir setzen auf die europäische Vorgehensweise und insbesondere

auf die deutsch-französische, die französisch-deutsche Freundschaft.

Nous sommes ici dans la résidence de l'ambassadeur d'Allemagne en France.

Il y a des moments très émouvants dans la réconciliation entre les deux

nations quand Adenauer va dîner chez, chez de Gaulle.

Mais aujourd'hui, vous savez, il y a aussi les reproches.

On dit : « Madame Merkel a fait venir un million de

réfugiés

sans demander à personne. » On dit : « Vous avez acheté beaucoup de gaz russe,

vous avez payé, payé la guerre de, de Poutine.

» On dit : « Vous renoncez à l'avion franco-allemand.

» Trahison.

Euh, est-ce que vous êtes égoïste?

Non. Wir sind nicht egoistischer als andere.

Und wenn wir ehrlich sind, dann ist das Scheitern von FCAS nicht die

Schuld der

französischen oder der deutschen Regierung,

sondern als gemeinsames Versagen, um

es klar zu sagen, aller Beteiligten, auch der Industrie, nicht nur der

Politik. Niemand hat gewollt, dass das Projekt scheitert und am Ende ist

es

gescheitert. Das muss uns eine Lehre sein für die

Zukunft, für künftige

gemeinsame Projekte. Und um das noch anders aufzusetzen,

habe ich heute mit

Catherine Vautrin verabredet, dass wir noch in diesem Jahr ein

Strategietreffen machen wollen.

Wir haben ja einen Strang, auf dem wir arbeiten in Sachen

Rüstungskooperation, der

läuft weiter. Aber wir wollen daneben uns auch einmal

zusammensetzen, einen halben

Tag lang in einem kleinen Kreis, um über strategische Fragen der

europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu sprechen,

in Frankreich, in

Deutschland, das wissen wir noch nicht, um einmal die strategischen langen Linien

zu definieren, die aus unserer deutsch-französischen,

französisch-deutschen Sicht

für Europa relevant werden können.

Monsieur le ministre, vous étiez ici pour le sommet spatial.

Vous allez tenir ce séminaire franco-allemand pour la

défense. Est-ce que nous sommes dans le même

bateau?

Est-ce que pour vous, l'Europe est menacée par les empires, euh,

Russie, mais aussi États-Unis?

Die Bedrohungen sind unterschiedlich oder die Einflüsse sind unterschiedlich.

Von Russland werden wir bedroht. Äh, China ist ein, ein harter

Rivale, der sein Hegemonialstreben vorantreibt.

Und wir haben die Amerikaner, die auch eine andere Rolle spielen als,

äh, als

vorher in unserer Welt. Und deswegen kommt es umso mehr auf uns

Europäer

an. Wir sollten nicht übereinander reden, was der andere wohl gerade wollen

könnte, sondern vor allen Dingen die

Geschlossenheit stärken und uns darauf

besinnen, wie stark wir sind, wenn wir gemeinsam agieren.

Monsieur le ministre, merci. Herr Bundesminister, danke sehr.

Quelques mots en français. Vous avez étudié à Angers.

Euh, voilà, ici, c'est, il y a des traces de Napoléon ici.

Oui.

Ça s'est pas bien passé entre la France et l'Allemagne.

Mais après, c'est la réconciliation.

Quel souvenir, pour vous, de la France compte?

Plusieurs

millions. Äh, ich kann mich gut erinnern an meine ersten

Tage, als ich in

Angers kam, 1982, und kein Wort Französisch sprach.

Äh, und in der Zeit danach habe ich viel, viel Zeit beruflich und privat in

Frankreich verbracht. Und in den letzten Jahren,

ich komme gerade aus einem Urlaub

mit meiner Frau, äh, äh, äh, drei, drei Wochen in Aquitanien,

und wir haben die Zeit sehr, sehr genossen,

viele nette Menschen kennengelernt und

das beseelt mich immer, wenn ich wieder nach Hause komme und freue

mich, wenn ich

in Frankreich sein kann.

Monsieur le ministre, merci beaucoup.

Merci à vous.

Merci.

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