Discussion on AfD and Coalition Politics

Vielleicht auch Teil der Anziehungskraft der AfD.

Sie versprechen eine Form der Identität, die tiefer geht als nur

Verfassungspatriotismus. Etwas, was mehr mit

einem tieferen Sinn für deutsche Geschichte zu tun hat,

dass man sich nicht immer

entschuldigt für etwas, was geschehen ist.

Und darum, glaube ich, hat das einen

emotionalen Gehalt, der ganz schwer zu entkräften ist.

Da geht natürlich bei jedem, der hier in diesem Land geboren ist,

der hier zur

Schule gegangen ist, da gehen alle Alarmglocken an, ne.

Äh, man sagt, wir-- da kommt eine Partei, die sagt: "Wir wollen uns nicht ständig

für einen bestimmten Teil der Geschichte entschuldigen", weil es natürlich ganz,

ganz tief im kollektiven Bewusstsein sitzt.

Würden Sie dann auch sagen in der Folge, so habe ich Sie verstanden, äh,

wir müssen einen anderen Umgang auch mit dieser AfD finden.

Also wenn ich Sie richtig interpretiere, dann sagen Sie: "Dann lass uns reden

über Koalitionen, über eine wie auch immer geartete

Zusammenarbeit, weil in

der Sekunde, in der wir mit denen irgendwie regieren,

werden wir sie auf eine Art und Weise auch einhegen.

Werden wir sie in Griff kriegen." Habe ich Sie da richtig verstanden?

Ja,

ich will jetzt nicht zu sehr Politologe sein hier, aber Sie haben ein

ganz anderes System in Deutschland, als wir das in den Vereinigten Staaten

haben.

Wir haben ein System, bei dem der Gewinner alles hat

und Donald Trump hat ja damals weniger Stimmen als Hillary Clinton bekommen

2016, ist aber Präsident geworden und hat also

hundert Prozent

Präsidentenmacht bekommen. In Deutschland haben Sie die Proporz--

das proportional

Wahlrecht. Sie können Koalitionen formen und haben

dann so viel

Macht, wie der Stimmenanteil ausmacht.

Und das heißt,

Sie können damit die Macht einer Partei wie der

AfD schon begrenzen, indem Sie sie in eine Koalition

einbinden. Und damit kann man diese Parteien

vielleicht

moderieren, mäßigen. Das ist in Österreich mit den

Freiheitlichen gewesen,

das Gleiche mit der

Österreich, ja

...Wielers Partei in den Niederlanden.

Die Sorge, des Menschen haben, die Menschen haben, ist oftmals

1933, als die Nazipartei dreiunddreißig Prozent

gehabt hat und dann alles übernommen hat.

Aber das ist nicht das Deutschland von heute, eine ganz andere Situation.

Das--

Deutschland ist nicht machtlos.

Wir stehen nicht am Rande davon, dass eine Partei aus einem kleinen Land

auf einmal

zack, ganz Deutschland übernimmt.

Ich denke, es ist durchaus lohnend, über Koalitionen

nachzudenken, vielleicht etwas offener zu sein.

End of transcript · 400 words

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