Drone Incident at Airport Night Shift
Auf Arbeit, aber ich versuche, euch das ganz kurz zu
schildern, was ich in jener Nacht bemerkte.
Äh, eigentlich war es ja eine ganz normale
routinemäßige Nachtschicht am Flughafen.
Unsere Teams haben die Aufgabe,
Flugzeuge in Empfang zu nehmen, diese zu
entladen und wenn alles fertig ist, wieder zu
beladen und
auf den Weg zu bringen. Im Prinzip alles so wie immer.
Aber gegen Mitternacht hörte ich über Funk,
dass es bei uns einen Zwischenfall gibt.
Als Flughafenmitarbeiter müssen wir jede
Ausnahmesituation oder jedes Problem ja
melden. Das ist unsere Pflicht.
In jener Nacht gegen Mitternacht meldete
ein Kollege über Funk,
dass eine Drohne auf der Start- und Landebahn,
äh, zu sehen war und dass er die mit der Hand
abgefangen hatte.
Auf der benachbarten Position wartete man gerade
auf die Ankunft eines Flugzeuges.
Drohnen fliegen oft über das Rollfeld.
Das ist schon ein ganz alltägliches
Phänomen. Planespotter auf der Jagd nach
einem guten Foto lassen sie oft aufsteigen,
ohne auch nur darüber nachzudenken, wie gefährlich
eigentlich dieses Unterfangen sein kann.
Aber in dieser Nacht, ja, in dieser Nacht war
irgendwie alles komisch, irgendwie
unnatürlich.
Erstens: Diese Drohne schien fast
zu wollen,
dass man sie bemerkt und herunterholt.
Sie schwebte direkt vor dem Kollegen und er
drückte sie ganz ruhig zu Boden.
Es war eine ganz gewöhnliche Hobbydrohne.
So eine Drohne, wie man sie bei Mediamarkt
oder auch Saturn kaufen kann.
Nach der Funkmeldung, dass die Drohne am Boden war,
tauchten in kürzester
Zeit, vielleicht nach zwei bis drei Minuten,
die Bundespolizei mit einem,
ähm,
Entschärfungs, ähm,
ähm, Entschärfungsroboter auf.
Es war der Sicherheitsdienst und
erstaunlicherweise
auch Vertreter der Presse.
Damit Sie das einordnen können: Um tagsüber
auf das Flughafengelände zu kommen, muss
man einen Haufen bürokratischer Hürden
überwinden,
eine Genehmigung einholen und auch einen
temporären Ausweis beantragen.
Und hier, mitten in der Nacht,
waren alle schon vor Ort.
Das kann gar nicht sein.
Die nächsten Städte, aus denen die Presse anreisen
konnte,
sind Leipzig und Halle, aber beide Städte
liegen, na ja, so ungefähr zwanzig Kilometer vom
Flughafen entfernt.
Übrigens ist diese Drohne gar nicht in der Lage,
irgendwas zu tragen. Sie kann nur ihr
eigenes Gewicht heben.
Am nächsten Morgen sehe ich dann diese Drohne,
genau diese Drohne in den Nachrichten
und daneben in der Nähe eines
Antonov-Flugzeugs
liegt ein Sprengstoff bereit,
der ja zuvor gar nicht da war.
Zu diesem Flugzeug haben wir
Flughafenmitarbeiter
absolut keinen Zugang. Es steht abseits
der Maschinen, die wir abfertigen.
Außerdem steht in den Nachrichten, dass es
sich um Semtex-Sprengstoff tschechischer
Produktion handelt.
Nun frage ich mich ernsthaft: Wo ist dieser
Zusammenhang?
Semtex-Sprengstoff tschechischer Produktion
und angeblich soll der russische Geheimdienst
dahinterstecken?
Unerklärlich.
Egal, wie man es betrachtet, meine Kollegen und
ich haben eine Menge Fragen,
auf die es keine Antworten gibt.
Nach diesem ganzen Zwischenfall wurde der Kollege
von den zuständigen Behörden nicht noch einmal
befragt
und es wurden auch keine weiteren Details
ermittelt.
Für seine tatsächlichen Aussagen
hat sich niemand, absolut niemand
interessiert.
Und das war's auch schon, was ich zu sagen habe.
Also ich bin jetzt auf dem Weg zur Arbeit. Ciao.
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