Press Conference on Political Controversy
Wenn Sie erlauben, eine Frage aus dem Ausland, äh,
aus den Niederlanden. Frau Dr.
Weidel, ähm, noch kurz Ihre Aufmerksamkeit bitte.
Zum ersten Mal seit 1989 haben in Berlin, in der deutschen
Hauptstadt, die Sozialisten gewählt.
Und, äh, Sie haben dann den, äh, Nationalsozialist Adolf
Hitler, haben Sie auch mal einen Sozialist
beziehungsweise Kommunist genannt.
Meine Frage ist, äh, die, das haben Sie gemacht, äh,
im Gespräch mit dem reichsten
Mann, äh, der Welt, mit Elon Musk. Warum haben Sie das gemacht, also
fälschlicherweise, äh, Hitler ein Sozialist genannt?
Also haben Sie sich
geirrt oder waren Sie vielleicht verwirrt?
Warum sollte ich das? Ich kann's gerne noch mal wiederholen.
Adolf Hitler hat eine völlig linksgerichtete Politik gemacht.
Er war ein Linksradikaler, ein Linksextremist.
Das kann ich Ihnen auch gerne noch mal wiederholen.
Und wenn Sie sich mit der Historie beschäftigen, dann, ähm,
dann, dann wird die Historie das auch so
bestätigen.
Es hat damit gar nichts zu tun. Und davon mal ganz abgesehen,
also Erich Honecker
wäre richtig stolz gewesen auf das heutige Wahlergebnis, oder?
Ähm, das müssen Sie nicht mich fragen. Also, ähm, ich war nicht dabei.
Allerdings vielleicht auch zur Nachfrage.
Doch, Sie sind ja dabei. Sie sind doch jetzt dabei.
Sie sind mitten drin.
Ja, das weiß ich. Ähm, ich habe das Gefühl, dass Sie gerade eine
Täter-Opfer-Umkehr machen. Also wenn Sie den Faschisten Adolf
Hitler einen Antifaschisten nennen, also das verwirrt doch nicht nur, äh, die
Menschen hier im Land, sondern vielleicht auch Ihre Wähler.
Ja, vielleicht sind Sie jetzt verwirrt.
Ja, Sie sind in der Tat verwirrt. Das habe ich mir nämlich gedacht. Ja.
Es gibt, ähm, es gibt ein Bonmot, ein Zitat von
einem italienischen Schriftsteller, meine ich, Silone, äh, der mal
gesagt hat: „Wenn der Faschismus wiederkehrt,
dann wird er sich nicht Faschismus
nennen, sondern Antifaschismus."
Wir müssen, Herr Saffelberg, ich bitte um Verständnis, dass wir
diese Diskussion nicht mehr zum Ende führen können und muss um Verständnis
bitten
denjenigen, die ihre Fragen heute nicht mehr
losgeworden sind.
Wir sind am Ende dieser Pressekonferenz. Danke fürs Kommen.
Gute Besserung, sage ich. Und um halb zwölf geht's weiter mit der
Regierungspressekonferenz.
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