Political Reactions to Election Results

Ich sag mal, man sieht in den Tagen vorher

die Umfragen, aber wenn man's dann schwarz auf weiß hat

an so 'nem Sonntagabend, dann ist das einfach schockierend.

Jedenfalls mir ging's so.

Und es ist, da

hat ja auch keiner drum rumgeredet, auch die CDU nicht,

ähm, das, äh, das ist, äh, ein

Einschnitt, ein, ein wirklicher Einschnitt,

den wir in der Geschichte der

Bundesrepublik Deutschland erleben.

Und um jetzt noch was aus etwas Emotionaleres zu sagen: Es

blutet einem, also mir als CDU-Mitglied blutet das Herz.

Das muss ich wirklich sagen. Und jetzt müssen wir

eben aber überlegen

und deshalb habe ich auch am Anfang schon so 'n bisschen über die unterschiedlichen

Gemütslagen gesehen. Wenn man sich anschaut, welche Reichweite,

ähm, zum Beispiel die AfD in den sozialen

Medien

hat,

also welche Informationshoheit,

dann ist es nicht damit getan zu sagen, na ja, aber wir gehen nicht auf TikTok,

sondern dann müssen wir uns dem schon stellen und die Menschen da auch abholen,

wo

sie sind. Wir werden sie jetzt nicht, äh, vor das von mir

sehr geschätzte, ich will das ausdrücklich sagen,

weil die AfD es ja auch

abschaffen will, öffentlich-rechtliche Fernsehen.

Ähm,

wir werden sie nicht alle zurückholen.

Und, ähm,

und, ähm,

wie, wie schaffen wir das jetzt, ähm, im Sinne der Aufklärung

wirklich

nicht zuzulassen, dass eben es mehrheitsfähig ist oder

fast mehrheitsfähig?

Wenn gesagt wird, die Arbeitslosigkeit ist gesunken in

Sachsen-Anhalt und

die individuelle Wohlstand gestiegen, dann sagt der Spitzenkandidat:

"Kann sein, aber das wird nicht so gefühlt."

Und dann wird das Gefühl bedient. Und das Gefühl ist plötzlich genauso

wichtig wie

das Faktum.

Und wenn wir das zulassen und das ist wieder 'ne Aufgabe von allen,

äh, das, das war das, das war der, der, der Fortschritt der Aufklärung, dass

sich die, die, die Summe der Menschen auf Fakten einigen

konnte

und auf der Basis dieser Fakten kam man dann zu

unterschiedlichen Präferenzen für politische Parteien und so

weiter. Aber es ist nie in Abrede gestellt worden,

dass das Faktum das Wichtige

ist.

Wenn wir jetzt nur noch miteinander kommunizieren und eigentlich sollten wir

irgendwie 'n Meeting haben und uns über bestimmte Fakten austauschen, dann sagt

man: "Aber fühl mich heut nicht so, ist nicht so."

Können wir nicht drüber sprechen.

Wenn das Hoheit übernimmt,

dann, äh, gehen wir zivilisatorische Schritte

zurück.

Das glaube ich jedenfalls. Und das, ähm, muss

auch wieder bewusst gemacht werden und belegt werden.

Und ich

sag jetzt ganz offen, ich hab die Antwort nicht.

Ich weiß nur, manche Sachen, KI hin und her,

sind, sind vielleicht noch wichtiger,

als sie vor Jahren waren, die individuelle Ansprache der Bürger.

Und es wird jetzt, äh, ganz, ganz, weil ja auch jeder seinen

Informationsraum hat. Aber was, was wird da auch von Kandidaten zum

Beispiel verlangt?

Die müssen jetzt, äh, sozusagen, ist nicht mehr Parole kommt aus 'm

Adenauer-Haus und dann gehst du da vor die Haustüren und sagst jedem das Gleiche.

Dann sagen die: "Nee, interessiert uns nicht."

Ich hab die Frage, ich hab die Frage.

Das heißt, die Kandidaten müssen auch richtig fit

sein.

Und was jetzt zum Teil passiert, ist, dass die AfD so dominant auftritt,

dass, ähm, die anderen schon verschüchtert gar nicht

mehr hingehen.

Und das ist ja noch nicht verboten.

Und deshalb muss ich jetzt umso mehr,

äh, als, ähm, demokratische Parteien den Kontakt zum

Bürger suchen.

Mhm.

End of transcript · 566 words

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