Debate on National Identity and Loyalty
Ähm, ist mir auch ein Argument eingefallen,
was immer wieder gesagt wird von grade
rechten Personen. Die sagen nämlich, okay,
grade bei Menschen, die zwei verschiedene Pässe haben oder bei
Deutschen mit
Migrationsgeschichte in general, aber generell, wenn
quasi Migrationsgeschichte da ist, ähm, sagen die: „Ja, okay, ne,
die sind jetzt hier, das ist auch, ja, grad so okay, ne, aber
wenn Krieg wäre, dann würden die sich immer für das andere
Land entscheiden.“ Das
hör ich immer wieder, grade bei, äh, Menschen, die türkischen Background haben,
ähm,
weil die auch in der Türkei wählen dürfen auch oft.
Und dann wird gesagt: „Ja, die sind aber keine echten Deutschen so
wie wir, weil
die würden im Fall der Fälle nicht für dieses Land kämpfen.“ Ähm,
wie siehst du dieses Argument grade aus der
historischen, aus dem historischen Argument, äh,
Zusammenhang, den du grade
vorgebracht hast?
Also, ähm,
die Frage ist: Wofür kämpfen wir?
Ja.
Für wessen Macht kämpfen wir?
Und inwieweit, was bringt mir diese Macht?
Was bringt mir das konkret? Was bringt mir,
was bringen mir diese Kriege?
Und grade in dem kapitalistischen System, in dem wir leben, ist es nicht so, dass
ich, ähm, für mich kämpfe.
Ähm, ich, ich würde grundsätzlich nicht für,
für Deutschland kämpfen
oder für irgendein europäisches, äh, Land
kämpfen. Und ich hab mich auch oft gefragt: Okay,
ich bin gebürtiger
Ghanaer, würde ich für Ghana kämpfen?
Ähm,
und ich denke, ja, ich würde für Ghana kämpfen.
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