Reflections on Wuppertal's Demographic Changes
Ja, Leute, ich muss mal sagen, ich bin, ihr seht mich jetzt,
ihr seht mich wirklich
schockiert. Ist jetzt kein Spaß, ich bin
gerade fix und fertig mit den Nerven. Ich bin auf dem Weg nach Köln zur
Gamescom.
Morgen ist Business-Tag, da, äh, muss ich hin.
Katastrophale Fahrt hier runter.
Ich will in mein Brandenburg zurück, aber das war jetzt nicht das Schlimmste.
Ich bin auf dem Weg Richtung Köln natürlich durch Wuppertal gekommen und das
ist
meine Heimatstadt, da bin ich aufgewachsen.
Ich wollte nie wieder dahin zurück.
Ich habe gedacht: „Komm, ich kürze die Strecke so ein bisschen ab,
fahr anstatt
Autobahn einmal quer durch Wuppertal."
Ich bin schockiert.
Ich bin über die Gate gefahren. Gate, zu meiner Jugendzeit war das so die
Partymeile, eine Kneipe neben der anderen bis morgens
früh, fünf Uhr, sechs Uhr,
sieben Uhr. Richtig Stimmung, richtig geil.
Den Niedergang der Gate, den habe ich noch mitgekriegt,
dass die Kneipen alle
zugemacht haben und so, weil die Stadt irgendwie pleiteging.
Aber das, was mich richtig schockiert:
Der gesamte Innenstadtbereich, also die gesamte Gate,
ist genau in der Innenstadt.
Und ich schwöre, ich lüge und ich übertreibe kein Stück.
Wir haben Dienstagabend acht Uhr, zwanzig Uhr.
Ich habe nicht einen einzigen Deutschen gesehen.
Ich habe-- die Straße war voll. Kopftücher,
Teppichrutscherbärte, also so hier diese Bärte,
wo dann hier irgendwie das so
fehlt. Ja, also ihr wisst, was ich meine.
Geschäfte, die ich nicht lesen kann, weil da irgendwelche arabischen
Schriftzeichen
waren. Und ich habe mich immer zurückgehalten.
Ich habe immer gesagt, wenn es von der AfD kam und es hieß so:
„Ah, hier findet
eine Umvolkung statt. Der-- Deutschland wird, wird-- der Islam,
der hat hier Einzug." Habe ich mich immer so zurückgehalten, habe gedacht: „Komm,
übertreib mal nicht so."
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin den Tränen nah. Ich könnte heulen.
Ich meine, Wuppertal, ich habe mich von Wuppertal losgesagt.
Ich will damit nichts mehr zu tun haben, aber es ist meine Heimatstadt.
Und ich sehe dort keine Deutschen mehr.
Ke-- nicht, ich schwöre es, nicht einen einzigen.
Nur Kopftücher, so 'ne Bärte und so halt.
Ich, ich, ich bin absolut fassungslos.
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