Debate Analysis in German Bundestag
Und zur Generaldebatte im Bundestag hat Thomas Bertner vom Norddeutschen Rundfunk
folgende Meinung.
Bei Generaldebatten wird mit harten Bandagen gekämpft und das ist auch richtig
so.
Auch ein Bundeskanzler darf sich wehren und dabei kräftig zurückschlagen, aber die
heutige Rede von Friedrich Merz reiht sich ein in eine ganze Reihe verbaler
Entgleisungen der letzten Tage.
Es war schon nicht hilfreich, dass Friedrich Merz kurz vor der Wahl in
Sachsen-Anhalt vor Wutbürgern warnte, denen man das Bundesland nicht
überlassen könne.
Was sollen die Wähler davon halten zu einem Zeitpunkt,
als sich in Sachsen-Anhalt
bereits mehr als vierzig Prozent der Befragten für die AfD ausgesprochen
hatten?
Nach der für seine Partei desaströsen Wahlniederlage hantiert der Bundeskanzler
gar
mit dem Begriff der Machtergreifung und das nach einer demokratischen
Wahl. Heute in der Generaldebatte wirft
Friedrich Merz der
AfD vor, hinter dem Begriff der Remigration
verberge sich der
Plan einer, Zitat, "ethnischen Säuberung".
Ein Begriff aus dem Jugoslawien-Krieg, der eines der größten
Menschheitsverbrechen
der jüngeren Geschichte umschreibt. Das geht zu weit.
Einen solchen Vorwurf sollte ein Bundeskanzler nicht unbedacht verwenden.
Alles andere wirkt nur noch verzweifelt.
Ich habe die Brandmauer immer für einen Fehler gehalten und nach Sachsen-Anhalt
sollte auch der CDU klar werden, dass die Brandmauer ihre Existenz
bedroht.
Ein erheblicher Teil der Unionswähler glaubt nicht mehr an den Sinn dieser
Abschottung. Sie haben verstanden, dass es bei der Krise unseres Landes nicht
einfach um schlechte Kommunikation der Regierung geht.
Viele Wähler wollen einfach bessere Politik.
Steuererleichterungen, die den Namen verdienen,
dauerhafte Entlastungen bei
hohen Spritpreisen, eine konsequente Abkehr von einer
Klimaschutzpolitik ohne Augenmaß, die nach meiner
Überzeugung die industrielle Basis unseres Landes zerstört und
Menschen um ihre Arbeitsplätze bringt.
Die Auseinandersetzung um den besten Weg für unser Land darf scharf geführt werden,
aber alle Seiten sollten jetzt sprachlich abrüsten und der
Bundeskanzler sollte mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Meinung von Thomas Bertner.
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