Navanethem Pillay awarded Nobel Peace Prize
Für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen oder als Richterin am
Internationalen Strafgerichtshof.
Navanethem Pillay setzt sich seit Jahrzehnten für das Völkerrecht
ein. Nun wird die Südafrikanerin mit der wohl
bekanntesten
Auszeichnung der Welt gewürdigt. Sie erhält den Friedensnobelpreis.
Das muss ein Witz sein, war Navanethem Pillays erste Reaktion
heute Mittag in Nürnberg. Dort, wo nach dem Zweiten Weltkrieg die für
das Völkerrecht wegweisenden Nürnberger Prozesse stattgefunden haben,
wurde die 85-Jährige von der Meldung aus Oslo überrascht.
Ich danke für Ihren Applaus, aber als Anwältin und Richterin muss ich
diese
Nachricht erst einmal überprüfen.
Seit 2017 ist Pillay Mitglied der Deutschen Stiftung
Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien.
Ihren Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit hat sie als
Anwältin zur Zeit des Apartheid-Regimes in Südafrika begonnen.
Es folgte ihre Berufung an den Internationalen Strafgerichtshof für
Ruanda
Mitte der 90er Jahre. Danach war sie Richterin am
Internationalen
Strafgerichtshof in Den Haag, anschließend sechs Jahre lang
UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.
Für ihre langjährigen Bemühungen zur Förderung von Frieden und
Völkerrecht erhält sie nun den Friedensnobelpreis.
Ihre Unabhängigkeit, ihre Expertise und ihre Standhaftigkeit
haben sie zu
einer der angesehensten internationalen Juristinnen unserer Zeit gemacht.
Als Leiterin einer UN-Untersuchungskommission hat Pillay aber
auch immer
wieder Kritik auf sich gezogen. An diesem Punkt blieb sie sich heute
auch in Nürnberg treu.
Das Letzte, was ich getan habe, ist, einen Bericht vorzulegen, der das, was in
Gaza passiert, als das benennt, was es ist: ein Genozid.
In Oslo wird am 10. Dezember der Friedensnobelpreis
überreicht.
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