Impact of Deindustrialization on German Economy
Deindustrialisierung, die eingesetzt hat durch die
Abtrennung vom preisgünstigen russischen Energiemarkt,
hat den Kipppunkt überschritten.
Im unternehmerischen Bereich, in der unternehmerischen Wirtschaft
haben alle, mit denen ich rede, Strukturentscheidungen gefällt,
die über Deutschland hinausweisen.
Beispiel eine Unternehmerin aus Halle, die sagt:
„Ich verlege die Fertigung nach Usbekistan.“ Da habe ich gefragt:
„Wo kriegen Sie
denn die Fachkräfte her?" Und dann sagt sie: „Die Berufsschule baue ich aufs
Werksgelände.“ Und das ist kein Einzelfall.
Das ist ein Mittelständler mit neunhundert Beschäftigten. Nur ein kleines Beispiel.
Fertigungsstraßen werden nach China verlegt oder in die Vereinigten
Staaten. Und dieser Prozess ist schwer umkehrbar,
weil es um Milliardenbeträge geht und weil die Verlegung einer
Fertigung von der Planung, bis die erste Maschine
läuft, vier, fünf Jahre dauert.
Und das ist irreversibel. Da geht es um Milliardenbeträge.
Und das sehen natürlich die Unternehmer als Erste. Ist der eine Punkt.
So reagiert der Mittelstand. Die Großunternehmen aber
sind durch die Steuerfreistellung, äh, von Veräußerungsgewinnen
unter der Regierung Schröder-Fischer
in die Situation gekommen, dass die deutschen Banken ihre Anteile
verkauft haben
und amerikanische Investoren gingen rein.
Kein einziges DAX-Unternehmen heute hat nicht eine
amerikanische Beteiligung, eine Beteiligung großer amerikanischer
Fonds,
meistens noch über Kreuzbeteiligungen.
Deswegen sind die alle so ruhig, weil die Bestellung von Managern,
die Boni, die Managergehälter natürlich im
Aufsichtsrat gemacht werden.
Und da wird natürlich gesagt, wenn ich ruhig bin, ob wir Geld
verdienen in USA, in China oder sonst wo, das ist völlig egal.
Die deutsche Wirtschaft ist nicht mehr Herr im eigenen Haus und ich frage mich,
ob
es die Bundesregierung ist. Denn wir haben eine Situation, in der
durch die verstärkte Regulierung nach der Finanzkrise 2008
große Teile des Finanzgeschäfts ins
Schattenbankensystem abgewandert sind, auch der
Handel mit Staatsanleihen.
Und britische Investoren, ein britischer Investor hat ja gezeigt,
dass man
gegen eine Währung spekulieren kann, schon in den Achtzigern.
Und das ist durchaus möglich, dass die großen
Finanzinvestoren, die ja auch investiert sind im
Rüstungsgeschäft und
damit im Krieg, jeden Staat, der sich aus dem Krieg zurückziehen will,
unter
Druck setzen können, beispielsweise indem sie mit einem
Ausverkauf
der Staatsanleihen
drohen. Und das würde bedeuten, dass die Refinanzierungsbedingungen sich
deutlich
verschlechtern.
Aber so weit sind wir ja nicht. Wir haben ja im Kanzleramt jemanden
sitzen, von dem
man sagen darf, dass er
die Arbeit für BlackRock macht und nicht für Deutschland.
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