Deutsche Teilung: Westallierte, Sowjetunion und Stalin-Noten
3 min About Germany Politics
3 min About Germany Politics
Rund um den dritten Oktober habe ich wieder jede Menge Beiträge gesehen, die suggerierten, die Sowjetunion oder gar die DDR-Führung seien schuld an der deutschen Teilung und am Tag der deutschen Einheit würde gefeiert, dass die Einheit 1990 schließlich entgegen der teuflischen Pläne von Moskau und Ostberlin doch erreicht werden konnte.
Das ist eine merkwürdig verbreitete Vorstellung, aber in Wirklichkeit war das genaue Gegenteil der Fall.
Die deutsche Teilung war zu hundert Prozent eine Entscheidung der Westalliierten und der BRD.
Die sowjetische Deutschlandpolitik zwischen 1945 und 1961 war ziemlich konsistent.
Man wollte Deutschland von den Alliierten gemeinsam verwaltet und als eine einheitliche politische Entität gewahrt sehen, bis die Alliierten sich nach einer Weile alle aus Deutschland zurückziehen und ein souveräner, außenpolitisch zur Neutralität verpflichteter deutscher Staat konstituiert würde.
Irgendwelche Pläne, einen ostdeutschen Separatstaat zu gründen, gab es nicht.
Wie man übrigens auch aus den großflächigen Industriedemontagen in Ostdeutschland nach 1945 sehen kann.
Eine völlig sinnlose Maßnahme, wenn sowieso geplant gewesen wäre, Ostdeutschland dauerhaft als sowjetischen Satellitenstaat zu erhalten.
Es waren die Westalliierten, die spätestens 1948 eindeutig zur Gründung eines westdeutschen Separatstaates übergingen, weil sie die Vorstellung inakzeptabel fanden, dass ganz Deutschland neutral werden könnte.
Die Gründung der Trizone und die Einführung einer rein westdeutschen Währung waren klare Schritte zur Gründung eines solchen Separatstaates und die Sowjetunion unternahm 1948 die Berlinblockade, um gegen genau diese vom Westen begonnene Teilung Deutschlands zu protestieren und sie zu revidieren.
Als das nicht gelang, musste man wohl oder übel auch die eigene Besatzungszone als einen Staat konstituieren.
Aber noch 1952 bot die Sowjetunion in den Stalin-Noten an, die DDR wieder aufzulösen und einen gesamtdeutschen Staat zu bilden, sofern der zu außenpolitischer Neutralität verpflichtet wäre.
Genau dieses Modell wurde in Österreich tatsächlich umgesetzt.
Die Westalliierten und die Adenauer-Regierung haben dieses Angebot für Deutschland aber sofort zurückgewiesen.
Zu wichtig war es, Westdeutschland als antisowjetisches Bollwerk in den NATO-Block zu integrieren.
Besonders die CDU war hier sehr deutlich.
Ein vereintes Deutschland nur als hochgerüstete NATO-Bastion.
Als Moskau das Einigungsangebot mehrmals wiederholte, stellte der Westen lächerliche Forderungen, die natürlich nicht diskutabel waren.
Ein einiges Deutschland gern, aber nur, wenn es auch in der NATO sein kann und über die Oder-Neiße-Grenze müsste man auch noch mal diskutieren.
Das alles war natürlich kein reiner sowjetischer Altruismus.
Mit einem vereinten neutralen Deutschland hätte die NATO mit der BRD mehr verloren als der Warschauer Pakt mit der DDR.
Die relative Stellung der Sowjetunion hätte sich also verbessert.
Aber damit wurden Washington und Bonn gezwungen, öffentlich zu bekennen, dass die deutsche Teilung ihre Entscheidung war.
End of transcript · 428 words
TranslateMom transcribes and translates videos from X, TikTok, YouTube and Instagram. Paste a link and you get a page like this one, in your language.