Ukraines Luftverteidigung: Mehr Systeme und günstigere Drohnenabwehr
Problem, da würde ich Ihnen widersprechen. Der Ukraine ist es gelungen, im Prinzip mit
Kriegsbeginn eine sehr gut funktionierende Luftverteidigungsarchitektur aufzubauen.
Die beruht ja auf zwei Säulen, auf den alten sowjetisch gefertigten Systemen und auf zunächst
sehr, sehr wenigen modernen Luftverteidigungssystemen, die der Westen zur Verfügung gestellt hat.
Mittlerweile ist es so, dass die sowjetischen Systeme verschossen haben. Es gibt dafür
kaum noch Munition. Das heißt, wenn wir die Luftverteidigungsarchitektur so erhalten
wollen und wir müssen sie ja noch nicht nur erhalten, sondern auch ausbauen, brauchen
wir mehr Systeme. Wir müssen die Luftverteidigungsarchitektur über mehrere Höhenbänder, das sieht man
hier sehr gut auf der Folie, mit unterschiedlichen Systemen miteinander verbinden, miteinander
vernetzen. Mehr Systeme ist auch in unserer Arbeit angelegt, die wir als Deutschland
in der Capability Coalition Luftverteidigung im Rahmen der Rammstein-Unterstützungsgruppe
übernommen haben. Wir selber als Deutschland haben langfristige Lieferverträge für Luftverteidigungssysteme
unterschiedlicher Reichweite direkt aus modernster Industrieproduktion angelegt, die sich auch
über das Jahr 2025, 2026 hinaus auswirken werden. Wir haben vor wenigen Wochen noch
mal einen Aufruf gestartet, die sogenannte Enduring Action on Air Defense, um bei den
Partnern noch mal zu werben für Luftverteidigungsmittel, für Luftverteidigungssysteme. Wir machen
natürlich auch andere Maßnahmen gegen Drohnen, sind da im Gespräch mit industriellen Herstellern,
welche Anti-Drohnen-Maßnahmen es geben kann. Das eine Möglichkeit sind Maßnahmen des
elektronischen Kampfes, so haben wir als Deutschland auch gegründet, eine Capability Coalition,
Fähigkeitskoalition für den elektronischen Kampf. Aber nach meiner militärischen Einschätzung
wird auch immer wichtig, die direkte Abwehr von Drohnen durch letale Gegenmaßnahmen.
Da gibt es interessante Konzepte, wir sind da in Gesprächen mit der Industrie und hoffen,
die sehr, sehr schnell zum Einsatz zu bringen zu können, um da eine Wirkung auf dem Gefechtsfeld
zu erzielen. Weil eines ist ganz wichtig, wir müssen darauf achten, dass wir eine bessere
Effektivität und eine bessere Effizienz in der Luftverteidigung hinkriegen. Was meine ich
damit? Nehmen wir mal das Beispiel von so einer Schahid-Drohne, die kostet irgendwas zwischen
30.000 bis 50.000 Euro, je nach Ausführung in der Herstellung. Da ist es widersinnig,
wenn wir die mit Patriot-Lenkflugkörpern, die über 5 Millionen kosten, bekämpfen,
sondern wir brauchen im Prinzip Gegenmittel, die 2.000, 3.000, 4.000 Euro kosten, gerade weil die
Russen anstreben, ihre Produktionskapazitäten weiter zu erhöhen. Man will die Drohnenangriffe,
über die wir eben sprachen, noch ausweiten. Die Ambitionen sind da, 2.000 Drohnen,
die gleichzeitig eingesetzt werden können. Da müssen wir uns intelligente Gegenmaßnahmen
überlegen. Gibt es denn...
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